Graupner Holiday Restaurierung von Werner Fischer

Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner
Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2752 Graupner Holiday 1965, das Boot mit Elektromotor macht ganz gut Fahrt, von Fischer Werner, Kempten.

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Gastfotos von Werner Fischer

Diese Fotos wurden von Hr. Werner Fischer aus Kempten bereitgestellt.

Danke für den Beitrag.

Graupner Holiday 1965 Restaurierung


Graupner Holiday 1965, Restaurierung:
Ich schaue mal eben wieder über den Modellbauzaun und entdecke in einem Forum ein Wrack Graupner Holiday, studiomäßig auf einer blauen Wertstofftonne fotografiert. Im Forum diskutiert man über das fehlende Ruder und was sonst noch. Jede Menge Expertenmeinungen dazu und ich bin schon mal gespannt, ob ich es noch erlebe, bis das restaurierte Modell dann irgendwann mal vorgestellt wird. Für mich eigentlich nicht wichtig, denn ich habe ja eine. Genau die hier vorgestellte und so, wie jetzt, sah das Modell nicht immer aus. Hier nun die Geschichte dazu...

Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner
Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2750 Graupner Holiday 1965, Modell nach der Restaurierung im Jahr 2010, von Fischer Werner, Kempten.

Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner
Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2751 Graupner Holiday 1965, Modell im Zustand von 1983 gebraucht gekauft, von Fischer Werner, Kempten.

Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner
Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2752 Graupner Holiday 1965, das Boot mit Elektromotor macht ganz gut Fahrt, von Fischer Werner, Kempten.

Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner
Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2753 Graupner Holiday 1965, der Rückbau kann beginnen, die ersten Teile sind bereits entfernt, von Fischer Werner, Kempten.

Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner
Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2754 Graupner Holiday 1965, jede Menge Silikon sind verschmiert, war das Boot nicht ganz dicht, von Fischer Werner, Kempten.




In meiner Jugendzeit hatte ich bereits mehrmals dieses Graupner Modell, auch schon mit Taifun Bison und Schnellstarter. Was mich seinerzeit genervt hat, war das Starten vom Motor, die bunten Ölrückstände auf dem Wasser und meißt das umständliche Zurückholen vom Modell, wenn wieder mal genau mitten auf dem Weiher der Motor, aus welchem Grund auch immer, ausging. Meißt mußte nach einer Weile das Boot dann wieder aus Geldmangel und zur Finanziereung weiterer Projekte weiterverkauft werden. So ging es ein paar mal und schon kurz danach war all der Ärger damit wieder verblasst und der Wunsch nach einer Holiday war wieder da...

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2755 Graupner Holiday 1965, das Original Amaturenbrett muß unbedingt gerettet werden, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2756 Graupner Holiday 1965, auch in der Bugspitze sieht es nicht gerade einladend aus, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2757 Graupner Holiday 1965, im Heck gibt es noch einiges auszukratzen, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2758 Graupner Holiday 1965, der Heckspiegel ist bereits abgetrennt, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2759 Graupner Holiday 1965, der Neuaufbau kann endlich beginnen, von Fischer Werner, Kempten.



So auch um das Jahr 1983. Beim Modellbauhändler steht ein Boot von Privat zum Verkauf. Wohl wissend, wie das Graupner Modell ausgesehen hat bemerke ich die Veränderungen, besser gesagt Vereinfachungen beim Bau. Die Rumpfform stimmte aber weitgehendst. Ein Elektromotor wurde eingebaut, die Akkus unter den Boden verstaut, eine Motorabdeckung und modernere Sitzmöbel hergestellt und schon flitzte das Boot wieder ganz ordentlich über's Wasser. Nach einigen Fahrten war der Spass dann schon wieder vorbei, die Fahrleistungen zwar ähnlich wie seinerzeit mit dem Verbrennermotor, die Optik aber voll daneben. Nicht mal ein Jahr später wurde das Möbel wieder weiterverkauft und vom neuen Besitzer in der Werkstatt auf einen Schrank gestellt. So zogen nun die Jahre, eher Jahrzehnte ins Land und durch die Freundschaft zum neuen Besitzer bekam ich das Boot immer wieder mal zu Gesicht. Gut 20 Jahre nach dem Besitzerwechsel, ich hatte gerade damit begonnen mir meine Graupner Sammlung aufzubauen frage ich, was mit der Holiday eigentlich so geplant sei. Er, zwischenzeitlich Experte für Goggo Roller, leidenschaftlicher Modellbauer von 5" Feldbahn Modellen erkannte die Situation und schenkte mir das Boot für meine Sammlung...

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2760 Graupner Holiday 1965, so langsam kommen die ganzen Baufehler zu Tage, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2761 Graupner Holiday 1965, auch massives Mahagoni wird verarbeitet, nicht ganz ideal, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2762 Graupner Holiday 1965, die Sitze und Scheuerleisten bestehen abweichend aus Lindenholz, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2763 Graupner holiday 1965, auch die Bugspitze stimmte nicht und mußte aufgefüttert werden, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2764 Graupner Holiday 1965, beide Rudermaschinen sind im Heck eingebaut, von Fischer Werner, Kempten.


Doch nach vergleichen von dem eigentlichen Wrack, mit den vorliegenden Originalplänen, kamen mir die ersen Zweifel. Das Heck stimmte nicht, der Rumpf in sich um 20mm verdreht und nicht symetrisch. Was tun? Ich hatte versprochen das Boot zu behalten und herzurichten. Interessenten dafür hatte ich bereits schon wieder genug. Versprochen ist versprochen und so wurde das Boot zurückgebaut. Alle Einbauten raus, das Heck weggesägt und stundenlang Farbe und Silikon rausgekratzt. Durch das fehlende Heck konnte nun der Verzug zurückgedreht werden, die beiden letzten schräg gestellten Spanten gaben anschließend wieder den nötigen Halt. Die Bordwände wurden zum Teil von den Spanten weggedrückt und die Symetrie vom Rumpf über eine Hilfslinie Bug- Heck hergestellt. Die entstandenen Spalten wurden mit Sperrholzstreifen aufgefüttert. Ein Bootsboden, als ganze Platte nach Bauplan ausgesägt, ergab dann automatisch die innere Form vom Spantengerüst. Weitgehend vom Bauplan wurde die Lage der beiden alten Rudermaschinen übernommen. Die selbstneutralisierende Bellamatic II steuert das Ruder an, die nicht selbst neutralisierende SERVOautoMATIC II den Vergaser vom Verbrenner. Die Empfängerbausteine und Stomversorgung hierfür finden auf einem eingeschobenen Brett unter dem Amaturenträger Platz. Diese elegante Lösung von Graupner hat mich schon immer begeistert. Der weitere Ausbau verläuft weitestgehend nach Plan und Bauanleitung...

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2765 Graupner Holiday 1965, so langsam nimmt das Boot wieder gestalt an, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2766 Graupner Holiday 1965, bereits hier ist der Bootsständer sehr nützlich, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2767 Graupner Holiday 1965, das verbaute Mahagoni ist zum Schutz bereits vorlackiert, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2768 Graupner Holiday 1965, mit weiß vorlackiert und schon schaut's nach was aus, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2769 Graupner Holiday 1965, so langsam nimmt das alte Modell wieder Gestalt an, von Fischer Werner, Kempten.


Die Sitze und Scheuerleisten sind abweichend nicht aus Balsaholz sondern Linde (es liegt gerade noch ein halber Stamm rum), das Deck im Heckbereich besteht aus massiv Mahagoni. Genau wie der braune Streifen auf dem Bug. Im vorliegenden Fall ein ca. 3mm starkes Mahagonibrett, die Streifen auf der Kreissäge 1,5mm tief, 1mm breit gesägt, mit weißer Spachtelmasse aufgefüllt und überschliffen. Die Fahnenmasten bestehen aus Stahl, sind mit 40% Silberlot hart gelötet und so stabil daß das ganze Boot daran aufgehängt werden kann. Alle weiteren Beschlagteile wurden in Alu hergestellt, so natürlich auch das fehlende Lenkrad. Das Amaturenbrett vom Wrack war nicht mehr brauchbar. Der Erbauer hat seinerzeit dieses wasserlösliche Schiebebild leider direkt auf eine braune Holzplatte aufgebracht und überlackiert. Also wurde dieses Holzstück vorsichtig gelöst und im Flachbettscaner eingescant, mit einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet und als Foto wieder ausgedruckt. Garnicht mal so schlimm, und besser wie nichts. Die Lackierung, natürlich alles nur mit dem Pinsel und Kunstharzfarben, zum Teil auch selbst gemischt. Auf diese Weise werden auch die alten angerissenen Dosen mal weniger. Ein 30 Jahre alter Graupner Alkyfix Emaille- Lack mit Polyurethan? Gut aufrühren und anschließend gestaunt über den guten Verlauf, die Deckkraft und wie hart und kratzfest die Oberfläche wird. Der gute und teure Pinsel wird anschließend nur in einen Behälter mit Kunstharzverdünner gehängt und reinigt sich von selbst...

Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner
Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2770 Graupner Holiday 1965, schleifen, schleifen, nichts als schleifen, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2771 Graupner Holiday 1965, da wird jede Menge Maskierband zum Abkleben gebraucht, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2772 Graupner Holiday 1965, die gemischte Farbe für die Sitze ist etwas zu dunkel geworden, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2773 Graupner Holiday 1965, auch die alte original Scheibe wird wieder aufgearbeitet, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2774 Graupner Holiday 1965, mit den helleren Sitzen sieht alles gleich freundlicher aus, von Fischer Werner, Kempten.


Die Borsten sollten dazu max 50% tief eintauchen und dürfen nicht aufstehen. Nach einigen Stunden, besser nach einem Tag ist die Farbe nach unten auf den Grund gesunken und die restliche Verdünnung wird mit Druckluft vom Griff her herausgeblasen. Für saubere Ränder an den Lackkanten verwende ich nur noch Linier- oder Maskierband vom Profi. So Mist wie Tesa Film war mal in der Steinzeit. Damals blieben wenigstens keine Reste vom Kleber zurück. Was fehlt noch? Die Schrift vom Profi und natürlich ein Bootsständer. Dieser ist aber schon beim Bau nützlich und sollte bereits schon vorher angefertigt werden. Ich meine hier natürlich nicht ein Rohrgestell vom Baumarkt mit Rolladengurt sondern ein eigens nur für dieses Modell hergestelltes Gestell in Größe, Festigkeit und Materialstärke passendes Teil. Da d'rauf darf dann später auch der Name vom Besitzer und der Hersteller nicht fehlen. Was bleibt? Ich bin zwar immer noch im Besitz einer Erlaubnis zum errichten und betreiben einer Funkfernsteueranlage der Bundespost aus dem Jahr 1970, mit der eingebauten Varioton/ Variophon möchte ich aber keinen Betrieb mehr aufnehmen. Diese Holiday hier war von Anfang an als Standmodell gedacht, von daher auch die Dummy Schiffswelle, keine Verkabelung und kein echter Motor unter der Haube...

Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner
Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2775 Graupner Holiday 1965, täglich wird es bunter und die Klebebandrollen schwinden dahin, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2776 Graupner Holiday 1965, die Linien am Heckspiegel sind mit Farbe auflackiert, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2777 Graupner Holiday 1965, endlich fertig, Fahnen aus Papier, Schrift vom Profi, Lenkrad aus Alu Vollmaterial, von Fischer Werner, Kempten.

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Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner DSCN2778 Graupner Holiday 1965, so sollte eine Holiday eigentlich aussehen, egal ob Stand- oder Fahrmodell, von Fischer Werner, Kempten.

Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner
Graupner Holiday 1965 Restauriet by Fischer Werner


Als totes Kapital wollte ich bei dem Modell so wenig Geld wie möglich vergraben und habe daher nur das vom Motor nachgebaut, was durch die Kühlschlitze an der Abdeckung zu sehen ist. Kurbelgehäuse, Zylinder, Kühlung, Auspuff und einen Teil vom Tank. Somit blieben die Kosten für die Restaurierung unter 20 Euro, und dafür schaut diese Holiday eigentlich ganz gut aus. Warum ich das Boot nicht fahren möchte? Bei meinen bisher über 200 Schiffsmodellen finde ich immer eines, das noch mehr Spass macht und die anderen bleiben stehen. So würde es auch dieser Holiday ergehen. Wuzu nun das alles? Mit dem Bericht und den vorliegenden Bildern möchte ich all denen Mut machen, die solch einen Dachboden- oder Kellerfund rumliegen haben und sich nicht rantrauen. Aber Achtung ! Das hier ist Modellbau, nicht zu verwechseln mit RTR Modellrennsport aus dem Supermarkt Karton! Viel Vergnügen, bis zum nächsten Mal auf einer anderen Baustelle.

Danke an Hr. Werner Fischer für den Beitrag.